Lassen Sie sich bei Fachfirmen beraten.
Denken Sie daran:
Die Sonne scheint nicht immer.
Ausnahmen gelten für Contracting-Anlagen, die von Dritten betrieben werden, kein integrierter Bestandteil der Gebäudehülle sind sowie mit einer Dienstbarkeit errichtet oder im Grundbuch vermerkt sind.
Bei Anlagen mit einem Neuwert ab CHF 30’000 erfolgt eine neue Schätzung. Bitte melden Sie Ihre PV-Anlage beim Grundbuchamt.
Ihre PV-Anlage ist Teil Ihres Gebäudes und – in der Regel* – über die Gebäudeversicherung gegen Schäden versichert. Bei Konstruktionsmängeln können im Schadenfall aber Kürzungen der Versicherungsleistung vorgenommen werden. Denken Sie an mögliche Risiken und planen Sie mit Weit- und Vorsicht Ihre neue PV-Anlage.
Denken Sie an ...
... Hagel
Hagel kann Solaranlagen erheblich beschädigen. Mit zunehmenden Wetterextremen gewinnt der Schutz der Module an Bedeutung. Der Widerstand gegen Hagelschlag wird in fünf Klassen (HW1 bis HW5) eingeteilt.
Je höher die Klasse, desto besser hält ein Modul dem Aufprall eines Hagelkorns stand. Die SIA-Norm 261/1 weist für den Kanton St.Gallen Hagelkorngrössen von 3 bis 5 cm aus. Wir empfehlen einen Hagelwiderstand von mindestens HW4 einzusetzen.
Hagelgeprüfte Bauteile finden Sie im Hagelregister.
... Stürme
Stürme gehören in der Schweiz zu den häufigsten Ursachen für Schäden an PV-Anlagen. Besonders bei Randbereichen von Dächern können sehr hohe Windkräfte erhebliche Belastungen auf die Module ausüben. Entscheidend für die Widerstandsfähigkeit ist daher nicht nur die Qualität der Module selbst. Wichtig ist vor allem auch die fachgerechte Montage und dabei insbesondere die Ableitung der einwirkenden Kräfte in die Tragkonstruktion des Gebäudes.
Ein auf das Gebäude abgestimmtes Montagesystem sichert die Module gegen Windlasten von allen Seiten. Auf Flachdächern ist insbesondere die genügende Ballastierung der Anlage wichtig. Auf Schrägdächern sorgen stabile Schienen und Dachhaken für eine dauerhafte Verankerung.
Für Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer gilt: Eine sorgfältig geplante und geprüfte Montage schützt nicht nur vor Sturmschäden, sondern verlängert auch die Lebensdauer der gesamten Anlage.
... Schnee
Besonders Scherkräfte (langsam abrutschender «kriechender» Schnee) und Druck (auf den Solarmodulen ruhender Schnee) führen zu Schäden. So z.B. zu eingedrückten Dachein-deckungen, gebrochenen Dachziegeln/Solarmodulen oder ausgerissenen Solarmodulrahmen. Die fachgerechte Berechnung und Montage der Anlage stellt die schadlose Ableitung der Schneelast vom PV-Modul über die Unterkonstruktion in die Konstruktion des Gebäudes sicher.
Schnee kann leicht abrutschen und so Kamine, Lüftungsrohre oder Dachfensterrollladen wegreissen. Der abrutschende Schnee kann auch zu tieferliegenden Schäden an anderen Gebäudeteilen z.B. an Balkonbrüstungen oder Vordächern führen. Standort- und objektabhängig ausgelegte Schneerückhaltevorrichtungen (Schneefänger und/oder Schneehalter) verhindern ein langsames und/oder rasches Abrutschen von Schnee.
... Blitze
PV-Anlagen sind exponiert und damit anfällig für Schäden durch Blitzeinschläge. Wenn Ihr Gebäude bereits über ein Blitzschutzsystem verfügt, muss die PV-Anlage darin integriert werden. Das System schützt die elektrischen Komponenten vor direkten Blitzeinschlägen.
Wir empfehlen zusätzlich zum äusseren Blitzschutz auch einen "inneren Blitzschutz" (Überspannungsschutz) zu installieren. Der äussere Blitzschutz leitet den Strom über Fangeinrichtungen, Ableitungen und Erdungssystem kontrolliert ab und verhindert Überschläge auf leitfähige Anlagenteile. Der innere Blitzschutz besteht aus Überspannungsschutzgeräten, die Spannungsspitzen abfangen und elektronische Bauteile wie Wechselrichter oder Steuertechnik vor Zerstörung bewahren.
... Brände
Im Brandfall gilt stets: Sofort die Feuerwehr (118) aufbieten!
Eine unsachgemäss installierte PV-Anlage kann ein Brandrisiko darstellen. Ursache sind meist fehlerhafte elektrische Verbindungen, beschädigte Leitungen oder nicht geeignete Materialien. Um dies zu vermeiden, ist die Planung und Installation durch eine qualifizierte Fachperson zwingend. Sie sorgt dafür, dass alle Vorschriften nach dem Stand der Technik und insbesondere auch gemäss den Brandschutzvorschriften eingehalten werden.
Speicherbatterien sind je nach Batterietyp und Grösse in einem eigenen, feuerbeständigen Raum unterzubringen. Damit wird verhindert, dass sich ein allfälliger Brand auf andere Gebäudeteile ausbreitet. Bei Indach-Anlagen empfiehlt sich zusätzlich eine nichtbrennbare Zwischenschicht unter den Modulen.
... Übermorgen
Eine PV-Anlage leistet über viele Jahre zuverlässig Energie. Eine regelmässige Kontrolle und Wartung dient sowohl der Effizienz als auch der Sicherheit.
In der Regel erfolgt die Instandhaltung der PV-Anlage als Bestandteil der Niederspannungsinstallationen des Gebäudes zusammen mit der Instandhaltung anderer technischer Installationen im und am Gebäude. Die Häufigkeit der notwendigen Sichtkontrollen wird durch die Art des Systems bestimmt. Allgemein sind Kontrollen nach ausserordentlich starken Unwettern empfohlen. Eine periodische Reinigung kann optischen Verunreinigungen und einer Ertragsreduktion entgegenwirken.
Da PV-Anlagen eine Lebensdauer von rund 25 Jahren haben, sollte bereits bei der Planung bedacht werden, wie Ersatzteile langfristig verfügbar bleiben oder eingelagert werden können.
Das Wichtigste auf einen Blick
Für Ihre bestehende PV-Anlage
- Kontrollieren Sie Ihre Anlage nach ausserordentlich starken Unwettern.
- Schneerückhaltevorrichtungen schützen Personen und Objekte vor Schäden.
- Integrieren sie Ihre PV-Anlage in das bestehende Blitzschutzsystem.
Für Ihre neue PV-Anlage
- Lassen Sie die PV-Anlage von Fachunternehmen planen und installieren.
- Installieren Sie Module mit genügendem Hagelwiderstand.
- Ein auf das Gebäude abgestimmtes Montagesystem sichert die PV-Module gegen Windlasten.
- Schneerückhaltevorrichtungen schützen Personen und Objekte vor Schäden.
- Integrieren Sie Ihre PV-Anlage in das bestehende Blitzschutzsystem.
- Beachten Sie die Restlebensdauer Ihres Daches.